Trainingsecke

 

Warum üben?

Natürlich kann man auf den Platz gehen und sofort losspielen. Auch auf diese Weise wird man seine Spieltechnik verbessern. Aber oft wird man auch das Gefühl haben, daß die Kugeln gerade das machen, was sie wollen – sie gehorchen uns nicht. Dann heißt es schnell: Der Platz ist schuld! Manchmal mag das sogar stimmen. Meistens aber nicht. Denn der Platz verändert sich nicht, während wir werfen. Auch nicht die Kugeln, die bereits liegen. Die Ursache dafür, daß etwas nicht so klappt, wie wir das haben wollen, ist fast immer darin zu finden, daß wir unser Spielgerät, die Kugel, nicht hinreichend beherrschen und daß wir nicht verstehen, den Boden richtig zu lesen. Und was nutzt es, wenn wir die Bodenbeschaffenheit vor einem Wurf erkunden, aber nicht in der Lage sind, den ausgewählten Aufschlagpunkt zu treffen?  Oder wir geben der Kugel zuwenig oder zuviel Rückeffet oder wir spielen schlichtweg schräg und nicht gerade, wie wir das wollten. Wir hören staunend, daß es Tireure, also Schießer, gibt, die auf tausend Schuß vier-, vielleicht fünfmal ihr Ziel verfehlen. Naturbegabung? Gewiß haben sie Talent. Aber wie bei allen vollkommenen Leistungen hat auch jeder dieser Künstler fleißig trainiert, um diese hohe Trefferquote zu erzielen. Nein, niemand muß das so machen. Es ist völlig legitim, darauf zu verzichten, wenn es keinen Spaß macht. Nur auf den Boden darf man dann nicht schimpfen.

Jedenfalls gilt für Boule wie für alle anderen Sportarten auch: Schon ein wenig Training verbessert das eigene Spiel – und ein besseres Spiel macht auch mehr Spaß. Den Ligaspielern müssen wir das nicht sagen. Allen anderen hier ein paar Vorschläge zum Aufwärmen vor einem Spiel:

 

Zum Legen –

Wir ziehen einen Kreis von 50 cm Durchmesser und versuchen, auf eine Distanz von zunächst sechs, dann sieben, acht, neun, zehn Metern alle drei Kugeln in diesen Kreis zu legen. Die nächste Distanz sollte erst dann  eingenommen werden, wenn die kürzere erfolgreich absolviert wurde. Klappt das noch nicht, dann vielleicht beim nächsten Mal.

Wer kullert oder raffelt, sollte es bei dieser Übung mit Halbportee versuchen, wer Halbportee beherrscht, könnte zum Hochportee übergehen. Wem der Kreis zu klein ist, sollte ihn vergrößern, wer bereits sicherer ist, ihn verkleinern.

 

Zum Schießen –

Ein cochonnet ist ein sehr kleines Ziel, eine Boulekugel ist so viel größer auch nicht. Was Wunder, daß erfolgreiche Tireure so bewundert werden. Auch reine Pointeure, also Leger, können in die Lage kommen, schießen zu müssen. Aber warum sollten sie sich den Frust antun, gleich zu Beginn  einer Übung auf solch kleine Kugeln zu zielen?  Auch sie könnten einen Kreis ziehen wie beim Legetraining und dann aus einer zunächst kleineren, im Erfolgsfall immer größer werdenden Distanz versuchen, alle drei Kugeln aus der Luft, also ohne vorherige Bodenberührung, in diesem Kreis aufschlagen zu lassen.

(Ein sehr guter Spieler – nicht aus unserem Verein – sagte einmal: Es ist falsch, den Schuß nur nach dem Treffer zu beurteilen. Auch Schüsse, die knapp daneben gehen, sind gute Schüsse. Man nähert sich nämlich langsam dem Ziel, und so, wie man zu Beginn froh ist, den Kreis von 50 Zentimetern im Durchmesser zu treffen, wird man irgendwann im Umkreis von 30 Zentimetern aufschlagen, dann sind es nur noch zwanzig, zehn ... Und irgendwann wird der Treffer au fer (auf Eisen) die Regel sein und der Fehlschuß die Ausnahme.

(wird fortgesetzt)