Für Neugierige und Einsteiger: Das Spiel

 

 

 

Was ist Boule?

Zeichnung: Christoph Wollersheim

 

Boule ist ein Spiel mit Metallkugeln auf freiem Gelände, bei dem es darum geht, die eigenen Kugeln durch Werfen näher an einer kleinen Zielkugel zu plazieren als die gegnerischen Kugeln.  Die Grundregeln sind einfach:

 

Man spielt es entweder

als „Tête à tête“ = 2 Einzelspieler mit jeweils 3 Kugeln,

als „Doublette“ = 2 Mannschaften mit jeweils 2 Spielern, wobei jeder Spieler 3 Kugeln hat, und

als „Triplette“ = 2 Mannschaften mit jeweils 3 Spielern, von denen jeder 2 Kugeln hat.

 

Nach der Auslosung, welche Mannschaft beginnt, zieht ein Spieler der beginnenden Mannschaft  auf dem Boden einen Kreis von ca. 30 – 50 Zentimetern im Durchmesser (inzwischen gibt es hierfür auch vorgefertigte Ringe). Er stellt sich mit beiden Füßen in diesen Kreis und wirft die Zielkugel (cochonnet im Französischen, Schweinchen auf deutsch) in eine Entfernung von nicht weniger als 6 und nicht mehr als 10 Meter Entfernung vom Kreis (für Kinder und Jugendliche gelten geringere Abstände). Dabei muß das Schweinchen mindestens einen Meter entfernt sein von irgendwelchen Hindernissen (Baum, Mauer etc.) und es muß auch sichtbar sein (was es nicht ist, wenn es z.B. hinter einem Baum zu liegen kommt. Hat das nicht geklappt, darf er den Wurf wiederholen. Nach drei erfolglosen Versuchen wechselt das Zielkugelwurfrecht, nicht jedoch das Recht, die erste Metallkugel zu werfen. Dieses Recht verbleibt bei der Mannschaft, die die Auslosung gewonnen hat.

 

Ein Spieler dieser Mannschaft versucht jetzt, mit beiden Füßen im Kreis stehend, seine erste Kugel in der Nähe des Schweinchen zu plazieren. Nicht immer ist dabei ganz nahe auch am besten. Denn zu gut liegende Kugeln werden gerne „geschossen“, d.h. von der gegnerischen Mannschaft mit einem gezielten Schuß aus dem Umfeld der Zielkugel befördert.

Nach dem „Legen“ der ersten Kugel ist die andere Mannschaft dran. Kommt ihre Kugel näher an das Schweinchen heran als die erste Kugel, ist die erste Mannschaft wieder an der Reihe. Ist es nicht gelungen, muß sie eine weitere Kugel plazieren, solange, bis ihre Kugel „hat“, also besser ist als die Kugel des Gegners. Es spielt also immer die Mannschaft, deren Kugel(n) nicht hat (haben). Ist eine Mannschaft „leer“, hat also keine Kugeln mehr, muß sie tatenlos zusehen, was ihr Gegner mit seinen restlichen Kugeln macht.

Sind alle Kugeln gespielt, ist die Aufnahme beendet und die Punkte werden gezählt: Für jede Kugel, die besser liegt als die am besten plazierte des Gegners, gibt es einen Punkt. Im „Tête à tête“ also maximal 3, im „Doublette“ und „Triplette“ also maximal 6 Punkte.

Der Gewinner der „Aufnahme“ zieht um die Stelle, an der das „cochonnet“ lag,  einen neuen Kreis und beginnt die nächste Aufnahme. Die Mannschaft, die zuerst dreizehn Punkte erreicht hat, hat gewonnen.

Wird das Schweinchen während einer Aufnahme von einer Metallkugel getroffen und fortbewegt, so gilt die neue Lage der Zielkugel und es wird weiter gespielt, es sei denn, das cochonnet ist jetzt weniger als drei oder mehr als 20 Meter entfernt oder es ist vom Wurfkreis aus nicht mehr zu sehen oder es hat das festgelegte Spielgelände verlassen. Dann ist diese Aufnahme beendet. Wenn beide Mannschaften noch Kugeln auf der Hand haben, erhält keine Mannschaft einen Punkt. Ist jedoch eine der beiden Mannschaften leer, bekommt die andere Mannschaft so viele Punkte, wie sie noch Kugeln hat.

Ganz wichtig: Manchmal ist es sinnvoller, weitere gegnerische Punkte zu verhindern, indem man seine restlichen Kugeln geschickt um das Schweinchen herum positioniert, als dicht an das Schweinchen zu legen. Denn ansonsten kann u.U. die gegnerische Mannschaft mit gezieltem Schuß eine oder zwei Kugeln entfernen und mehrere Punkte auf einmal machen.

 

Wird wettkampfmäßig Boule gespielt, dann nennt man dieses Spiel auch Pétanque.  

 

Übrigens: Verwandte Sportarten sind Boccia und Bowls, aber auch Curling und Stockschießen.

 

Wer sich für die genauen Regeln interessiert, schaue auf dieser Seite unter Regelkundliches nach.